Das Promotionskolleg

Das Promotionskolleg “Sprachkritik als Gesellschaftskritik im europäischen Vergleich” 

Das Promotionskolleg „Sprachkritik als Gesellschaftskritik im europäischen Vergleich“ ist fester Bestandteil der ESO-Projektgruppe. Es wird aus der Landesgraduiertenförderung Baden-Württemberg finanziert und von der Graduiertenakademie der Universität Heidelberg unterstützt. Seit Januar 2013 haben fünf Doktorandinnen und Doktoranden ihre Dissertationsprojekte zu sprachkritischen Fragestellungen im Deutschen, Italienischen, Englischen, Französischen und Spanischen aufgenommen. In allen Arbeiten steht die gesellschaftspolitische Perspektive von Sprachkritik im Vordergrund, wertende Sprachreflexion wird als Indiz für die Art des spezifischen Denkens und der kulturellen Eigenart der jeweiligen europäischen Sprachgemeinschaft in den Mittelpunkt gestellt. Einerseits geht es um Sprachkritik bei der Etablierung und Durchsetzung von Sprachnormen, andererseits um Sprachkritik im Rahmen der sprachlichen Konstruktion und Konstitution von Authentizität und spezifischen nationalen Identitäten.

Neben den Stipendiatinnen und Stipendiaten des Promotionskollegs unterstützen Kollegiatinnen und Kollegiaten die Arbeiten der Forschergruppe. Auch die Dissertationen dieser Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler weisen eine thematische Nähe zum Forschungsfeld der Sprachkritik auf.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie die Kollegiatinnen und Kollegiaten sind bei den Überlegungen, Planungen und Veröffentlichungen der Projektgruppe eng mit eingebunden und erhalten gleichzeitig eine intensive Betreuung durch mehrere Professorinnen und Professoren. Die Sitzungen in großer Runde werden regelmäßig zur Präsentation und Diskussion der Dissertationen genutzt. Aber auch außerhalb dieser Treffen finden sich die Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie die Kollegiatinnen und Kollegiaten zum Austausch über aktuelle, meist auch öffentlich ausgetragene, sprachkritische Debatten zusammen. Hier steht ihnen sowohl für die Kommunikation mit Interessierten als auch für kleinere Veröffentlichungen ein Blog zur Verfügung. Die Reflexionen der Doktorandinnen und Doktoranden zur Debatte um Political Correctness in Kinder- und Jugendbüchern etwa wurden unter dem Titel „Negerkönig oder Südseekönig? Eine linguistischsprachkritische Stellungnahme“ in der Zeitschrift für Sprachkritik und Sprachkultur „Aptum (2014, Heft 1)“ veröffentlicht.

Bei Veranstaltungen und bei der Akquise der nationalen und internationalen Kooperationspartner legt die ESO-Gruppe großen Wert auf die Forschungsschwerpunkte und Ziele der Stipendiatinnen und Stipendiaten. Zur Eröffnung des Promotionskollegs im Januar 2013 sprach Prof. Dr. Deborah Cameron von der University of Oxford zu „Verbal Hygiene after 9/11: English, Language and Britishness“ und legte ihr Konzept von ʿSprachkritikʾ für das Englische dar. Im Mai 2014 wurde bei einem Workshop in Heidelberg mit nationalen und internationalen Expertinnen und Experten vor allem die europäische Ausrichtung des Projekts und die Anwendung von ʿSprachkritikʾ auf die anderen Sprachen intensiv diskutiert. Hier standen nicht nur die Überlegungen der gesamten ESO-Forschergruppe im Mittelpunkt, sondern auch ganz besonders die auf spezielle Bereiche ausgerichteten Projekte der Stipendiatinnen und Stipendiaten. Im Rahmen einer Ringvorlesung im Sommersemester 2014 zum Thema ‚Sprache und Identität‘ lud ESO wieder nationale und internationale Kooperationspartner zu Gastvorträgen. Das Promotionskolleg nutzte den Besuch der Expertinnen und Experten im Rahmen eines Vorgesprächs für die Vorstellung der einzelnen Arbeiten und den Austausch zu den Zielen der gesamten Gruppe.

 


Die Stipendiat/inn/en des Promotionskollegs stellen sich vor: